Beach please!

Nach 3 actionreichen Tagen in Panjim sind wir nun in Palolem Beach in Südgoa angekommen. Um Geld zu sparen und wie die Locals zu reisen, haben wir uns entschlossen, die Wegstrecke mit dem Linienbus zurückzulegen. Auf kurvigen Bergstraßen ging es mit 100 Sachen nicht immer auf der richtigen Spur und mit gewagten Überholmanövern Richtung Süden. Dieses Mal war Jesus unser Schutzpatron, für den ein Schrein an der Windschutzscheibe angebracht war. Eines von vielen Zeichen, dass wir uns jetzt im katholischen Hoheitsgebiet befinden. Die Endhaltestelle in Palolem befindet sich direkt auf der Einkaufsmeile zum Strand und wir hatten unser Gepäck noch nicht ganz aus dem Bus gewuchtet, da kamen schon die ersten Angebote für Taxi- oder Rikschafahrten. Weil wir mit unserem riesigen Gepäck wohl sehr großes Aufsehen erregt haben, erinnern sich die Taxifahrer auch noch 3 Tage später genau daran, in welches Hostel wir wollten.

Sowohl das Hostel als auch der gesamte Strandabschnitt sind paradiesisch! Wenn man am Strand entlang läuft, fühlt man sich fast als wäre man in der Karibik – kleine bunte Hütten, Palmenwald, chillige offene Beachclubs. Und das Beste: es ist für Europäer total günstig!

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Deswegen entschieden wir uns, heute mal einen Luxus-Wellnesstag einzulegen. Nach einer Runde im Hotelpool und einem leckeren Frühstück auf der Terrasse ging es vorbei an Hütten und Felsen begleitet von Hunden, Bullen und Kühen an den Strand. Wie es sich für gute Deutsche gehört, reservierten wir uns hier eine Liege in vorderster Reihe (Gebühr: eine Cola für 50 Cent ;)). Nach einem kurzen Bad im wohl temperierten Indischen Ozean und einem schmackhaften Mittagessen mit frischen Meeresfrüchten gönnten wir uns eine ayurvedische Gesichtsbehandlung in einer Bambushütte inklusive kostenloser Rückenmassage. Herrlich! Vor allem weil uns der gesamte Spaß ca. 15 Euro gekostet hat!!

Essen

Weitere horrende Ausgaben des Tages: Klamotten, Schmuck und Taschen in Lolas Beachshop im Wert von 10 Euro. Eine beliebte Verkaufsmasche der unzähligen Strandverkäufer: 1. Touristen am Strand ansprechen. 2. Ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Themen sind Herkunft, Name, Komplimente zur hellen Hautfarbe o.Ä. 3. Versprechen geben lassen, den Shop auch wirklich zu besuchen. Leider mussten wir dieses Versprechen öfter mal brechen, sodass die anderen Verkäufer „Sarah“ und „Stephanie“ ganz enttäuscht waren als wir mit vollgepackten Taschen aus Lolas Lädchen kamen. That’s life!

Von Lola erfuhren wir, dass dieses Jahr eine vergleichsweise schlechte Saison ist, sodass auch immer ein bisschen Mitleid mitschwingt, wenn man Angebote ausschlägt oder bei jemand anderem kauft. Wer mal nach einer guten Alternative zu Urlaub auf Mallorca oder Kreta sucht, sollte auf jeden Fall mal Goa ins Auge fassen, da es hier traumhaft schön ist, die Leute sehr nett sind und man mit wenig Geld viel erleben kann.

Jetzt sitzen wir wieder in einem coolen Beachclub, schlürfen einen frischen Lassi und schauen direkt aufs Meer. Achja, es ist übrigens 20.30 Uhr und wir haben immer noch 25 Grad J Morgen geht’s dann getreu unserem Motto „logisch kann jeder“ wieder in den Norden und zwar nach Anjuna. Dort sollen uns noch eine intakte Hippie-Kultur und ein im ganzen Land bekannter riesiger Flohmarkt erwarten.

Almost famous – Allein unter Indern

Alles fing ganz harmlos bei einer Erkundungstour durch Mumbai an. Wie jeder gute Tourist wollten wir uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen (nicht sehr zahlreich, jedoch trotzdem sehenswert) und machten uns zum Gate of India auf, um dort mit dem Boot zur Elefanteninsel zu schippern.

Kaum im Stadtzentrum angelangt, wurden wir von einem überstylten Inder angesprochen, ob wir unsere schauspielerischen Qualitäten (v.a. das westliche Aussehen) nicht in einem Film unter Beweis stellen wollten. Dies hätte der Beginn einer traumhaften Bollywood-Karriere werden können! Leider ließ unser straffer Sigthseeing-Plan dies nicht zu und wir mussten das Angebot schweren Herzens ausschlagen. J

Schon am Hafen folgte dann die nächste Attacke. Zwei junge Männer sprachen uns an und wollten auf einem Foto mit uns posieren. Da ließen wir uns nicht lange bitten und fragen uns seitdem, wie oft dieses Foto schon bei Whatsapp verschickt wurde.

Da wir für das Foto natürlich stehen bleiben mussten, kam schon der nächste Geschäftsmann auf uns zu, der seine Dienste anbot. Wegen des Navy-Festivals wurde der Fährableger ans andere Ende der Stadt verlegt. Aber kein Problem! Unser neuer Freund organisierte uns neben zwei Bootstickets eine Taxifahrt zur Fähre. Leider mussten wir unseren Fahrer dann noch einmal bezahlen, da der gewiefte Geschäftsmann die Taxigebühren für sich selbst beanspruchte.

Nach einer abenteuerlichen Taxifahrt ansandere Ende der Stadt, durch ärmliche Gegenden erreichten wir einen Ort, den wohl noch nie jemals zuvor ein westlicher Tourist besucht hatte – den „neuen“ Fährhafen, der seine besten Jahre schon hinter sich hatte. Schon nach dem Ausstieg aus dem Taxi ging das Blitzlichtgewitter – nur ohne Blitzlicht – los. Vermeintlich verdeckte Handykameras wurden für Fotos und Videoaufnahmen auf uns gerichtet und dies hörte auch während der gesamten Bootsfahrt nicht auf.

Bei der Ankunft auf der Elefanteninsel hatten unsere indischen Mitreisenden nach einer einstündigen Bootsfahrt dann jedoch ihre Scheu abgelegt und fragten uns offen, ob wir nicht mit ihnen für Familienfotos posieren könnten. Eine schöne Vorstellung, dass wir nun verschwitzt und erschöpft im Familienfotoalben einiger indischer Familien kleben.

Bei diesem ganzen Starrummel vergaßen wir fast ganz, warum wir auf die Insel gekommen waren und hatten dann noch eine Stunde Zeit, um uns die Höhlen mit den in Stein gemeißelten Gottheiten anzuschauen.

Elephant CavesElephant Caves II

Die heimische Fauna

Nach einem ereignisreichen Tag verließen wir Mumbai dann mit dem Nachtbus Richtung Goa (14 Stunden Fahrt) und sind nun die nächsten Tage in der Hauptstadt Panaji.  Hier erholen wir uns von dem Gewusel von Mumbai, da Panaji nur ca. 100.000 Einwohner hat und damit für indische Verhältnisse fast eine Kleinstadt ist.

48 Stunden wach!

An unserem ersten Tag in Mumbai ist gerade die Sonne untergegangen und das bedeutet für uns Sperrstunde 🙂 Sowohl der Lonely Planet als auch unser netter Hostelwirt Moithi und die 1000 Inder, die uns heute schon auf der Straße angesprochen haben, waren der Meinung, dass Frauen nach Anbruch der Dunkelheit nichts in Mumbais Gassen zu suchen haben. Und so haben wir nun endlich einmal Zeit zu schlafen und euch vorher noch einmal kurz auf dem Laufenden zu halten.

Heute morgen um 03:00 Uhr sind wir nach einigen lustigen Zwischenfällen am Security Check und zwei überraschend entspannten Flügen in Mumbai gelandet und waren bereits am Flughafen das Center of Attention. Als gefühlt einzige Europäer kämpften wir uns ca. 2 Stunden durch die Ebola-, Pass- und Gepäckkontrolle und hatten Glück, dass unserer Fahrer vom Hostel geduldig vor dem Flughafen gewartet hatte.

Schon die Fahrt vom Flughafen in diese riesige Stadt an Indiens Westküste war abenteuerlich. Von einem Tuk Tuk ging es in ein als Taxi gekennzeichnetes Auto, in dem die wichtigsten indischen Gottheiten nicht fehlen durften. Mit Ganeshas Segen fuhren wir dann durch die Straßen Mumbais vorbei an schillernden Fußballstadien und Wolkenkratzern. An jedem freien Platz sprießen ärmliche Hütten aus dem Boden. Der Gegensatz zwischen arm und reich könnte nicht krasser sein und einen überkommt ein mulmiges Gefühl. Für Europäer unvorstellbar: ganze Familien schliefen seelenruhig mitten auf den Gehwegen, ihr Hab und Gut hatten sie an Mauern oder in den Baumkronen befestigt. Daneben einfache Bretterbuden. Selbst um 5 Uhr morgens war Mumbai schon sehr geschäftig.

Im Hostel angekommen hieß es erst einmal warten, denn das Zimmer war erst ab 10 Uhr frei. Mittlerweile waren wir seit über 24 Stunden unterwegs und das mehr oder weniger ohne Schlaf. Während es draußen immer heißer wurde, ratterten im Wartebereich die Ventilatoren über uns und wir kämpften mit der Müdigkeit. Als das Zimmer endlich bezugsfertig war, ruhten wir uns nur kurz aus, um nicht den ganzen Tag zu verschwenden und machten uns mittags auf in Richtung Innenstadt. Unser Ziel: essen! Daraus wurde aber so schnell nichts.

Wer wie wir noch nie in einem ähnlichen Land unterwegs war, ist von Mumbai erst einmal erschlagen. Autos, die wild durcheinander fahren und dabei vorsichtshalber im Sekundentakt hupen, kleine Stände überall und unglaublich viele Menschen. Hier hat wie es scheint jeder ein kleines Business in Form eines Straßenstands und möchte seine Waren unter die Leute bringen. Von Sonnenbrillen über Kleidung, Obst und Luftballons bis hin zu Technikartikeln und auf dem Gehweg gegarten Gerichten ist alles dabei. Als Tourist ist man da natürlich ein sehr gern gesehener Kunde und so konnten wir uns vor Angeboten kaum retten. Viele versuchten uns von ihren Tourguidequalitäten zu überzeugen und machten dabei Small Talk, was in etwa so verlief: „“Where are you from?“ „Ahhh Germany,  world champion! From Berlin or Munich?“ Ähh…dann doch eher Berlin! Nachdem man die ersten drei Fragen richtig beantwortet hatte, war es oft nicht so leicht, den selbst ernannten Tourguide wieder abzuschütteln. Auffällig ist vor allem, dass in der gesamten Innenstadt hauptsächlich indische Männer und nur sehr wenige Frauen unterwegs waren.

Nachdem wir einen besonders hartnäckigen Guide verabschieden konnten und bereits seit 3 Stunden in der Hitze unterwegs waren (u.a. am Gate of India, Prince Charles Museum und der Universität), machten wir uns mit indischen Spezialitäten im Gepäck auf den Rückweg ins Hostel, denn bereits um 18 Uhr geht hier die Sonne unter.

Viele Eindrücke für den ersten Tag. Mumbai ist aber auf jeden Fall eine Reise wert. Schon allein die Central Station ist ein beeindruckendes Gebäude, das man mal gesehen haben muss. Dadurch dass hier sehr wenige Touristen unterwegs sind, hat man wirklich das Gefühl das richtige indische Großstadtleben mit seinen Kontrasten kennenzulernen. Die Menschen hier sind super nett und hilfsbereit, doch durch die ganzen Geschichten, die man oft in Deutschland zu hören bekommt, ist man vielleicht etwas zu vorsichtig unterwegs und vermutet hinter jedem Hilfsangebot einen Hintergedanken! Wir hoffen, dass wir in unserer Zeit hier lernen, dies besser einzuschätzen, damit uns nichts entgeht.

Morgen wollen wir dann die Stadt näher erkunden, vor allem einige Märkte besichtigen und die indische Textilindustrie etwas unterstützten 😉

Mumbai wir kommen

Jetzt ist es bald so weit! Der Tag, auf den wir so lange hingearbeitet haben, ist fast da. Nach zahlreichen Behördengängen, Arztbesuchen, Kämpfen mit den Einreisebestimmungen, Impfungen und Planungstreffen geht am 1.12. unser Flieger Richtung Mumbai. Unter die Vorfreude mischt sich ein auch ein bisschen Unsicherheit. Haben wir an alles gedacht? Was erwartet uns in unserer ersten Station? Wir werden einen ganzen Monat in Indien verbringen und von Mumbai aus Richtung Süden nach Goa und Kerala bis ans Kap reisen, um dann von Bangalore aus wieder zurück nach Mumbai zu fliegen.

Über Indien hört man genauso viele gute wie auch schlechte Sachen. Der Lonely Planet fasst es ganz gut zusammen: die meisten entwickeln bei ihrem Indienbesuch eine Art Hassliebe. Auf der einen Seite ist dort die wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft mit kilometerlangen Sandstränden, Dschungel, Tempeln, Bergen, wilden Tieren, interessanten Städten und exotischen Gerüchen, auf der anderen Seite viel Armut, Kriminalität und ein für Europäer unverständliches Kasten- und Gesellschaftssystem, in dem Frauen meist ganz unten rangieren. Außerdem müssen wir uns wohl von der deutschen Ordnung verabschieden und generell etwas geduldiger werden.

Aber wir wollen uns unser eigenes Bild von Indien machen und auf unserer Reise so offen wie möglich Land und Leuten begegnen.

Nach dieser ersten Station führt uns der Weg weiter nach Südostasien, genauer gesagt nach Myanmar (Burma), Kambodscha, Laos und Thailand. Danach fliegen wir nicht (was naheliegend wäre) nach Ozeanien, sondern einmal quer um den Globus nach Rio de Janeiro. In Südamerika wollen wir über das Dreiländereck mit den Iguazu-Wasserfällen weiter nach Argentinien und Uruguay reisen und dann schließlich rüber nach Chile fahren. Von Santiago de Chile aus geht es im Mai nach Bogotà in Kolumbien und dann weiter über Costa Rica und Guatemala nach L.A. Der Stopp in Kalifornien soll uns als Ausgangsort für den Flug nach Hawaii dienen. Und schließlich stehen dann schon ab ca. Anfang September 2015 die letzten Länder auf unserem Plan: Australien, Fidschi und Neuseeland. Viele verschiedene Länder also mit noch unterschiedlicheren Landschaften und Kulturen.

Natürlich sind wir uns darüber im Klaren, nicht nur die schönen Seiten der Welt kennenzulernen. Aber wir hoffen, dass wir auf der Reise viele Erfahrungen machen – ob positiv oder negativ – die uns noch lange begleiten werden.

Damit ihr wisst, wo wir uns gerade rumtreiben, versuchen wir, unseren Blog regelmäßig zu updaten. Auf langen Zugfahrten oder beim Warten auf den nächsten Flieger haben wir sicherlich genug Zeit dafür 😉